WordPress-Installationen sichern und umziehen

Im letzten Blogbeitrag haben wir eine Möglichkeit dargestellt, automatisierte Backups von WordPress-Installationen zu erstellen. Ergänzend hierzu – und passend zu unserem Thema des Monats „Backups – Grundpfeiler der Datensicherheit“ – möchten wir heute ein weiteres nützliches WP-Plugin vorstellen.

Mit Duplicator ist es möglich, Komplettbackups einer WordPress-Installation direkt auf dem Server oder, in einer kostenpflichtigen Version, in einem Cloudspeicher Ihrer Wahl zu erstellen. Dieses Feature beherrschen freilich viele Tools und Plugins, nicht zuletzt das kürzlich vorgestellte BackWPup, das zudem deutlich detaillierter konfigurierbar sowie automatisierbar ist. Warum also nun ein weiteres Plugin betrachten? Geht es lediglich darum eine WP-Installation zu sichern, kann man getrost zu einem der beiden oder einem der unzähligen anderen Backup-Plugins greifen, je nach dem, mit welchem man am besten zurechtkommt. Soll aber eine WP-Installation „umziehen“, also nach der Sicherung auf einen neuen Server und damit auch in eine neue Datenbank übertragen werden, stossen herkömmliche Backups schnell an ihre Grenzen.
Und hier spielt Duplicator seinen grossen Trumpf aus. Neben den Inhalten sowie der Datenbank können weitere Konfigurationsdaten in die Sicherung integriert werden, sodass die Vorbereitung auf dem neuen Server und auch die Handarbeit während der Neueinrichtung auf ein Mindestmass reduziert wird. Statt der manuellen Anpassung von Datenbank, Datenbankpräfixen o.ä. via PHPmyAdmin setzt der Umzug mittels Duplicator lediglich das Vorhandensein einer Datenbank und die Kenntnis von deren Daten (DB-name, -host, -user & -password) voraus.

Zunächst aber Schritt für Schritt. Nach der Installation des Plugins findet sich im Menü des Dashboards ein eigener Punkt „Duplicator“, über den dessen zentrale Funktionen zugänglich sind.

Um die ‚umzuziehende‘ WordPress-Installation in einem ersten Schritt zu sichern, wird über „Archive“ und „Neu erzeugen“ eine Sicherung konfiguriert. Im Punkt „Speicher“ wird dabei automatisch ein Unterverzeichnis der aktuellen Installation gewählt; weitere Sicherungsziele bietet bei Duplicator nur die kostenpflichtige Pro-Version. Dies ist für den Umzug allerdings kein Problem. Problematisch ist die Sicherung auf dem gleichen Server nur dann, wenn sie zum einen tatsächlich als Backup dienen soll und zum anderen in diesem Verzeichnis verbleibt. Da wir die Daten aber sowieso auf den neuen Server umziehen wollen, spielt das temporäre Sicherungsziel keine Rolle.

Im Feld „Archiv“ können Sie einzelne Dateien, Dateitypen oder auch Datenbanktabellen gezielt ausschliessen. Bei einem vollständigen Umzug Ihrer Seite brauchen Sie hiervon keinen Gebrauch zu machen.

Eine spezielle, bei reinen Backup-Plugins nicht zu findende und hier fakultative Option zeigt sich unter dem Punkt „Installer“. Hier können Sie bereits die Daten der neuen Datenbank eintragen, sodass Sie sich diese Mühe bei den Einrichtungsschritten in der Zielumgebung sparen.

Haben Sie diese Felder ausgefüllt, können Sie im nächsten Schritt das Sicherungsarchiv erstellen. Dabei können unter Umständen Warnungen erscheinen, die verschieden wichtig und abhängig von Ihrer Hosting-Umgebung sind. In unserem Beispiel sollte die WP-Installation von einem kleinen, stark eingeschränkten Webspace umziehen, der die gezeigten Warnungen verursachte:

Diese Warnungen waren jedoch für einen reibungslosen Ablauf unerheblich – ab einer bestimmten Grösse der Sicherungen wird an dieser Stelle automatisch gewarnt. In unserem Fall einer kleinen WP-Installation mit einigen Plugins aber keinen Medien, erreichte das Archiv eine Grösse von rund 430 MB. Für die Warnung war aber nicht knapper Speicherplatz auf dem Server verantwortlich, sondern ein niedriges PHP-Timelimit, das potenziell dafür sorgen könnte, dass es beim Erstellen zu Timeouts und damit letztlich zum Abbruch kommen könnte. Damit war die Warnung zwar gerechtfertigt, führte in unserem Fall aber zu keinerlei Problemen. Stattdessen waren die Archive trotz der eingeschränkten Umgebung in knapp 50 Sekunden erfolgreich erstellt:

An der Erfolgsmeldung fällt nun auf, dass nicht nur das Sicherungsarchiv erstellt und an dieser Stelle heruntergeladen werden kann, sondern auch ein „Installer“, eine nur wenige hundert Kilobyte grosse PHP-Datei. Diese ist notwendig, um den Installationsprozess von WordPress aus der Sicherung heraus zu initiieren. Sind die beiden Dateien heruntergeladen, kann man sich dem neuen Server zuwenden. Auf diesem muss eine leere (oder zumindest eine zu überschreibende) Datenbank angelegt sein – deren Daten Sie unter Umständen schon im Sicherungsprozess eingegeben haben. Zusätzlich müssen nun die beiden gesicherten Dateien, das Archiv und der Installer, auf den neuen Server hochgeladen werden; das Stammverzeichnis (/html, /htdocs oder ähnlich benannt) bietet sich hierfür an.
Ist dies geschehen, rufen Sie den Installer auf: http://www.ihre-domain.com/installer.php, wenn Sie die Daten ins Stammverzeichnis kopiert haben, ansonsten müssen Sie den Pfad entsprechend anpassen (bspw.: www.ihre-domain.com/neue-dateien/installer.php, wenn Sie die Dateien in /html/neue-dateien kopiert haben).

Haben Sie den Installer erfolgreich aufgerufen, sehen Sie folgendes Menü, in welchem Sie die Daten der Datenbank eingeben müssen. Haben Sie diese bereits während der Sicherung eingegeben, sind diese hier schon eingetragen. Denn zu dieser Datenbank müssen Sie hiermit eine Verbindung herstellen, deren Inhalte werden unwiderruflich überschrieben, sollte Sie nicht leer sein. Das Erzeugen einer neuen Datenbank an dieser Stelle ist der kostenpflichtigen Version des Plugins vorbehalten.

Haben Sie die Eingabe der DB-Daten erfolgreich getestet, können Sie fortfahren, oder als versierter Benutzer weitere Konfigurationen vornehmen unter dem Reiter „Advanced Options“.

Daraufhin werden die gesicherten Daten und die Datenbankinhalte kopiert. Im folgenden Dialog können Sie die bisherigen Fortschritte einsehen und überprüfen. In unserer Testumgebung waren Quell- und Zielserver identisch, lediglich die Verzeichnisse wurden verändert und die Datenbank neu angelegt.

Bevor Sie aber Ihre erfolgreich übertragene WordPress-Seite mit zusätzlichen Inhalten füllen und bestehende überarbeiten, sollten noch einige wenige Schritte getan werden, wozu Sie das Plugin zum Ende der Installation auffordert:

Nach dem Login auf der neuen Seite (hieran merken Sie bereits, dass der Umzug erfolgeich war), sollten unter „Einstellungen“ > „Save Permalinks“ die Permalinks neu gespeichert werden, um die Funktinsfähigkeit der Datenbank abzusichern. Der „Security Cleanup“ entfernt die hochgeladenen und nun nicht mehr benötigten Sicherungsdateien vom neuen Server. Sie haben diese für den Fall der Fälle immer noch lokal gespeichert oder auch auf dem alten Server, von dem die WP-Installation gesichert wurde. Der Report zeigt Ihnen eventuelle Schwierigkeiten an. Zudem wird an dieser Stelle empfohlen, die Seite intensiv zu testen, was sich von selbst verstehen sollte.

Auf diese Art und Weise lässt sich mit einem kostenfreien Plugin ein WP-Umzug relativ problemlos vornehmen. Zusätzlich erstellen Sie während des Umzugs und noch bevor etwas wesentlich schief gehen kann eine Komplettsicherung Ihrer WordPress-Installation. Als reine und vor allem als einzige Backup-Lösung ist Duplicator allerdings kaum prädestiniert; zu eingeschränkt bleibt man in der kostenlosen Version in der Auswahl der Sicherungsziele, zudem ist hier nur eine manuelle Sicherung möglich. Zur möglichst sorgenfreien, da automatisierten, Sicherung inklusive Bestätigungsmail mit detaillierten Logfiles verweisen wir erneut auf BackWPup.

Sollten Sie Fragen zum Thema haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

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